Waagen

Der Ursprung der Waagen ist unbekannt, dürfte jedoch bis auf 9000 Jahre v. Chr.
zu datieren sein. In Ägypten wurden nämlich Gewichtsstücke aus dieser Zeit gefunden.
Die älteste bekannte Waage, eine gleicharmige Balkenwaage wurde im ägyptischen Naqada
(bei Kus) aus der Zeit um 5000 v. Chr. gefunden.
Ungleicharmige Waagen, auch "Balance romaine" genannt, sog. Laufgewichtswaagen,
sind seit 1400 v. Chr. bekannt. Erst im 16./17. Jahrhundert n. Chr., mit Beginn
des umfangreichen Handels in Europa und weltweit begann eine rasche Entwicklung der
verschiedensten Waagen. In diese Zeit fällt auch der Beginn der Herstellung von Münzwaagen
mit den Münzgewichten sowie der Einsatzgewichte in größerem Umfang.
Für den Handel mit schweren Gütern wurden gleicharmige Balkenwaagen und auch
Laufgewichtswaagen in allen Größen hergestellt. Auch für den Haushalt gab es spätestens
ab dem 19. Jahrhundert passende Waagen.
Für Balkenwaagen benötigte man Gewichte, während bei den Laufgewichtswaagen Kerben
auf der Meßschiene das Gewicht bzw. die Masse des zu wägenden Gutes anzeigten.
Da fast jede größere Stadt bzw. Gebiet "Maß- und Gewichtshoheit" besaß,
gab es unzälige verschiedene Gewichte und auch Waagen.
Ein Handelspfund wog eben z.B. um 1830 in Leipzig 467,09g, in Hamburg 484,17g
in Berlin 467,71g usw. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in Deutschland mit Gründung
des Zollvereins (1840) das metrische System, welches die Franzosen 1789 beschlossen,
ansatzweise eingeführt. Im Zeitraum von 1856 bis 1859 wurde z.B. in Preußen und
Sachsen das "Landesgewicht" beschlossen und damit das Pfund zu 500g festgelegt.
Erst durch den Norddeutschen Bund und mit Gründung des Deutschen Reiches erfolgte
durch die Beseitigung der "Kleinstaaterei" die umfangreiche Einführung des metrischen
Systems, insbesondere bei den Maßen und Gewichten und natürlich auch den Waagen.
Das Pfund wurde offiziell abgelöst und durch das kg zu 1000g ersetzt.
Ebenso wurde statt "Elle" das Meter zu 1000mm und das Liter statt Scheffel,
Quart, Malter und dgl. festgelegt. Die allgemeine Einführung soll hier beendet sein,
denn es gibt unzählige Literatur zu diesem Thema.